Umweltaussagen sind allgegenwärtig. Für Politik, Architekten, Kommunen und Beschaffungsverantwortliche reichen Aussagen allein jedoch nicht mehr aus. Entscheidungen stützen sich zunehmend auf unabhängig geprüfte Umweltdaten, die einen klaren Einblick in die tatsächliche Umweltwirkung eines Produkts geben.
Deshalb sind Umweltproduktdeklarationen (EPD) zu einem der wichtigsten Instrumente geworden, um die Umweltleistung von Produkten zu bewerten.
Von Umweltaussagen zu messbarer Leistung
Eine Umweltproduktdeklaration (EPD) ist ein unabhängig geprüftes Dokument auf Grundlage einer umfassenden Ökobilanz (LCA). Sie liefert transparente und objektive Informationen über die Umweltwirkung eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus, von der Rohstoffgewinnung und Herstellung über die Nutzung bis zur Behandlung am Ende der Nutzungsdauer.
Anders als Marketingaussagen beruht eine EPD auf international anerkannten Normen und wird von unabhängigen Fachleuten geprüft. Das sorgt für Konsistenz, Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit.
Für Bauherren, Kommunen und Planer bedeutet das: Entscheidungen können auf Fakten statt auf Annahmen beruhen.
Warum Umweltdaten zählen
In ganz Europa gewinnen Nachhaltigkeitsanforderungen in der öffentlichen Beschaffung, in Bauprojekten und bei der Produktauswahl an Bedeutung. Die Umweltleistung ist kein Nebenaspekt mehr, sondern wird zu einem entscheidenden Kriterium.
Geprüfte Umweltdaten helfen allen Beteiligten:
- Produkte objektiv zu vergleichen
- Die Umweltwirkung über den gesamten Lebenszyklus zu bewerten
- Nachhaltigkeits- und ESG-Ziele zu unterstützen
- Beschaffungs- und Ausschreibungsprozesse zu verbessern
- Sich auf künftige Umweltvorschriften vorzubereiten
EPDs entwickeln sich daher in vielen Sektoren rasch zu einer Standardanforderung.
Umweltkostenindikatoren verstehen
Ein wichtiges Ergebnis einer Ökobilanz und EPD, insbesondere im niederländischen Markt, ist der Umweltkostenindikator MKI (niederländisch Milieukostenindicator). Dieser Indikator fasst Umweltwirkungen in einem einzigen messbaren Wert zusammen und erleichtert so den Vergleich von Produkten mit ähnlicher Funktion.
Der MKI berücksichtigt mehrere Umweltfaktoren, darunter:
- Rohstoffgewinnung
- Energieverbrauch
- Wasserverbrauch
- Emissionen in Luft, Boden und Wasser
- Abfallaufkommen
- Szenarien für das Ende der Nutzungsdauer
Niedrigere MKI-Werte deuten in der Regel auf eine geringere Umweltbelastung insgesamt hin.
Die Bedeutung des Produktdesigns
Die Umweltleistung beginnt lange bevor ein Produkt auf den Markt kommt. Materialauswahl, Produktionsverfahren, Recyclingfähigkeit und Ressourceneffizienz beeinflussen den Umweltfußabdruck des Endprodukts.
Produkte, die nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gestaltet sind, können besser abschneiden, wenn sie:
- Weniger Rohstoffe verwenden
- In der Herstellung weniger Energie benötigen
- Recyclingprozesse vereinfachen
- Den Materialwert am Ende der Nutzungsdauer erhalten
Das spiegelt sich zunehmend in Umweltbewertungen und Beschaffungskriterien wider.
Eine Zukunft auf Basis von Transparenz
Der Übergang zur Kreislaufwirtschaft erfordert mehr als gute Absichten. Er erfordert messbare, überprüfbare und transparente Informationen.
Genau das liefern Umweltproduktdeklarationen. Sie ermöglichen es Herstellern, ihre Umweltleistung nachzuweisen, helfen Entscheidern bei fundierten Entscheidungen und schaffen gleiche Wettbewerbsbedingungen auf Grundlage von Fakten.
Da sich Nachhaltigkeitsstandards weiterentwickeln, wird Umwelttransparenz zu einem festen Bestandteil von Produktentwicklung, Beschaffung und Politik. Die Zukunft gehört Produkten, die ihre Umweltleistung über den gesamten Lebenszyklus klar belegen können.
Transparenz ist keine Option mehr. Sie wird zur Grundlage nachhaltiger Entscheidungen.
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