Während die Diskussion über Kreislauffähigkeit und Materialrückgewinnung an Fahrt gewinnt, rückt eine wichtige Frage immer stärker in den Mittelpunkt:
Woraus besteht ein Produkt?
Die Materialzusammensetzung bestimmt maßgeblich, wie Produkte nach der Nutzung aufbereitet werden können. Bei Kunstrasen können unterschiedliche Designansätze zu unterschiedlichen Recyclingwegen und Aufbereitungsanforderungen führen.
Warum die Materialzusammensetzung zählt
Grundsätzlich gilt: Je homogener ein Materialstrom ist, desto einfacher lässt er sich identifizieren, aufbereiten und handhaben.
Werden mehrere Polymere in einem Produkt kombiniert, können zusätzliche Verarbeitungsschritte nötig sein, um die verschiedenen Materialien zu trennen, zu sortieren oder zu handhaben.
Dieses Prinzip gilt in vielen Branchen, darunter Verpackung, Automobilbau und Bauprodukte.
Kunstrasen und mehrere Materialien
Viele Kunstrasensysteme enthalten eine Kombination von Materialien, darunter:
- Polyethylen (PE)
- Polypropylen (PP)
- Latex
- Polyurethan (PU)
- Zusätzliche Verstärkungsmaterialien
Jedes Material erfüllt im Produkt eine bestimmte Funktion, doch die Kombination erhöht die Materialvielfalt insgesamt.
Für das Recycling kann das je nach verfügbarer Recyclinginfrastruktur und angestrebtem Verwertungsweg zusätzliche Sortier-, Trenn- oder Aufbereitungsschritte erfordern.
Aufbereitung von Mehrmaterialsystemen
Enthalten Produkte mehrere Materialarten, müssen Recyclingbetriebe häufig klären, wie diese Materialien behandelt werden können.
In manchen Fällen lassen sich die Materialien in einzelne Ströme trennen. In anderen Fällen entstehen gemischte Rezyklate.
Ob der eine oder der andere Weg machbar ist, hängt unter anderem ab von:
- Materialzusammensetzung
- Produktaufbau
- Verfügbaren Technologien
- Wirtschaftlichkeit
- Lokaler Recyclinginfrastruktur
Die Ergebnisse des Recyclings können daher je nach Produkt und Region deutlich variieren.
Ein Ansatz mit nur einem Polymer
ONE-DNA™ Kunstrasen wurde aus 100 % PE (ein einziges Polymer) entwickelt.
Da im gesamten Produktaufbau ein einziges Polymer verwendet wird, ist die Materialzusammensetzung einfacher als bei Systemen mit mehreren Polymerarten.
Dieser Ansatz nach Design for Recycling (recyclinggerechte Gestaltung) zielt darauf ab, die Materialvielfalt bereits in der Produktentwicklung zu verringern.
Materialtransparenz und künftige Aufbereitung
Es gibt keinen Recyclingweg, der für jedes Produkt und jeden Markt gilt.
Materialtransparenz hilft Recyclingbetrieben, Bauherren und Entsorgungsunternehmen jedoch, besser zu verstehen, was ein Produkt enthält und welche Aufbereitungsoptionen in Frage kommen.
Da Rückverfolgbarkeit und kreislauforientiertes Design an Bedeutung gewinnen, dürfte die Materialzusammensetzung in Beschaffung und Produktbewertung eine wachsende Rolle spielen.
Ausblick
Die Diskussion über Kunstrasenrecycling beginnt zunehmend beim Produktdesign.
Wer weiß, welche Materialien verwendet werden, wie sie kombiniert sind und wie transparent diese Informationen sind, kann fundiertere Entscheidungen über künftige Aufbereitungsoptionen treffen.
Deshalb wird die Materialzusammensetzung bei der Auswahl von Kunstrasensystemen neben Leistung, Optik und Haltbarkeit zu einem immer wichtigeren Kriterium.
Aktualisierung, Oktober 2026: Dieser Beitrag beschreibt das ONE-DNA™ Sortiment zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, das auf Polyethylen (PE) basierte. ONE-DNA™ umfasst inzwischen auch einen Materialweg mit 100 % PO; die aktuellen Materialwege finden Sie unter Technologie.
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